Neocoach Sandro Lindschinger im Interview

Beschreibe dich bitte einmal kurz und erzähl uns von deinem fußballerischen Werdegang...
Dem runden Leder nachzujagen, habe ich im zarten Alter von 4 beim USV St. Georgen/ Murau begonnen. Danach folgten noch einige Stationen bei kleineren Vereinen, ehe es mit 14. in die Akademie zu Sturm Graz ging. Mit 16. folgte dann der Sprung zu den Amateuren und im Alter von 18. der Abgang zum SSV Jahn Regensburg in die Regionalliga Süd, unter Coach Mario Basler. Nebenbei absolvierte ich zahlreiche Jugendnationalteamspiele und holte als eines meiner Karriere Highlights 2003 bei der EM in Liechtenstein die Bronzemedaille mit der österreichischen U-19 Nationalmannschaft. Nach dem einjährigen Intermezzo in Deutschland wechselte ich zurück zum SK Sturm. In der Zeit von 2005 bis 2008 absolvierte ich dort an die 30 Bundesligaspiele, allerdings musste ich aufgrund vieler Knieverletzungen dann in die Regionalliga zum GAK wechseln. Dort spielte ich noch bis 2010, ehe ich nach meiner 9. Knie Operation einsehen musste, dass es keinen Sinn mehr macht und so habe ich 2010 meine Karriere beendet. 

 

 

Danach kehrte ich Graz den Rücken und brauchte ein neues Umfeld, um auf andere Gedanken zu kommen und so verschlug es mich nach Wien, wo ich am Juridicum das Jus Studium begann und 2017 abgeschlossen habe. Nebenbei absolvierte ich dann an der Donau Uni in Krems einen LL.M. im Sportrecht. Mit September 2018 werde ich dann in einer renommierten Grazer Anwaltskanzlei als Rechtsanwaltsanwärter beginnen, worauf ich mich schon sehr freue. 

 

Meine Trainerkarriere begann während meines Jus -Studiums und ich coachte zahlreiche Jugendmannschaften bei FC Klosterneuburg, ehe ich dort die Kampfmannschaft gemeinsam mit einem Freund übernommen habe. Danach folgte noch eine zweijährige Trainertätigkeit beim USV Natschbach - Loipersbach. Seit Juni 2018 bin ich nun in Besitz der UEFA - A Lizenz. 

Meine Hobbies sind neben  dem Tennis (Anm: mit meinem Co -Trainer Richi) und Wandern im Sommer, unter anderem auch das Skitourengehen und Skifahren im Winter.

Was hast du dir dabei gedacht als die Vereinsverantwortlichen des USV an dich herangetreten sind und dich für die KM1 verpflichten wollten?

Es war der perfekte Zeitpunkt für mich, da ich wieder nach Graz zurück wollte und mit Juni die Gerichtspraxis in Wien absolviert hatte. Danach folgte eine kurze aber intensive Zeit, wo ich mich über den Verein informiert habe um zum Schluss zu kommen, dass es sich um einen gut geführten und beständigen Verein handelt. Dies hat meine Entscheidungsfindung erleichtert, da mir das Umfeld sehr wichtig ist. So kam es, dass ich mich für den USV entschieden habe. 

Was sind deine Stärken und Schwächen. Auf was legst du bei der Vereinsarbeit mit (jungen Spielern) besonders wert? Wie wirst du unser Unterliga Team fit für die Meisterschaft machen?
Als eine meiner größten Schwächen sehe ich sicherlich meine Ungeduld. Dies aber aus dem Grund, dass ich ein sehr ehrgeiziger und zielstrebiger Mensch bin, der genau weiß was er will und hinter allem ein Plan steht. Eine meiner größten Stärken ist sicherlich, dass ich ein organisiertes, strukturiertes und zielstrebiges Vorgehen habe. Als weitere ausbaufähige Charaktereigenschaft sehe ich meinen zwischenmenschlichen Umgang an, der aber meiner Meinung nach nie ganz ausgereift ist und ein ständiger Lernprozess ist.  

 

Ich halte nichts von dem Ausdruck, junge Spieler müssen geformt werden, wie man es oft liest, hört und wie es in den meisten Akademien heutzutage praktiziert wird. Der Ausdruck ist meiner Ansicht nach verfehlt. Gerade bei jungen Spielern ist es wichtig ihnen das Gefühl zu geben, dass sie jederzeit zu dir kommen können. Das Wichtigste dabei ist, dass sie Fehler machen, denn nur daraus können sie lernen. Man kann ihnen dabei positive Hilfestellungen geben, aber den Weg gehen müssen sie selbst gehen. 

 

Es gilt das Fitnesslevel des Teams langsam zu steigern, da es sonst zu massiven Verletzungsproblemen kommen könnte. Der Körper benötigt an die 2 Monate, bis er sich an die ändernden Umstände gewöhnt. Erst dann wird es möglich sein den Reiz wieder zu erhöhen. Dabei sind in jedem Training Einheiten mit dem Theraband und der Stabilisation, Pflicht. Wobei grundsätzlich in den Trainingseinheiten, dabei meist der Ball miteingebunden ist. 
Teamplay wird bei deiner Aufgabe eine besondere Rolle spielen. Wie stehst du zum Mannschaftssport und was bedeutet für dich der Begriff "Team"?

Wenn ich jetzt sagen würde die Mannschaft und das Team steht über allem, dann stimmt das bis zu einem gewissen Grad. Allerdings sind es meist die Individualisten und Kreativspieler die heutzutage den Unterschied ausmachen und es gilt dahingehend eine gute Mischung zu finden. Dies widerspricht sich meiner Meinung aber nicht. Denn Kreativität erfordert zwar Freiraum, aber ich halte nichts von autokratischen Führungsstilen im Teamsport. Ich arbeite hier sehr auf Vertrauensbasis und Eigenverantwortung.

Was sind deine Ziele, Wünsche für die kommende Spielzeit?
Ich habe nur einen Wunsch für die kommende Saison. Das wir in der Zeit, wo wir gemeinsam am Platz stehen und neben dem Platz eine geile Zeit haben und Spaß an dem haben was wir alle mit großer Leidenschaft machen. "Fußball spielen"
Wir wünschen unserem sympathischen Neocoach alles Gute und viel Erfolg in gelb-blau;)